Berlinfahrt 2023

Intensive und interessante Tage in Berlin für Mitglieder und Freunde von Puls of Europe Neuwied als Teil einer Reisegruppe von rund 40 Personen aus dem gesamten Wahlkreis von Martin Diedenhofen (SPD). Begleitet wurde die Fahrt von einer Mitarbeiterin des Abgeordneten, Frau Schlüter, die immer für alle da war und sich der Fragen und Probleme annahm. Das Ganze vom 26. bis zum 29. November perfekt durchorganisiert und finanziert vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, das jährlich etwa 100.000 politisch interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Deutschland die Chance bietet, die Bundespolitik in Berlin unmittelbar zu erleben.

Für die An- und Abreise sowie den Transport innerhalb Berlins stand ein moderner Reisebus, chauffiert von dem sehr freundlichen und vor allem nervenstarken Personal eines Reiseunternehmens aus Unkel, zur Verfügung. Untergebracht war die Gruppe in einem zentral gelegenen Hotel im Stadtteil Charlottenburg.

Der erste Tag in Berlin begann um acht Uhr mit einer zweistündigen Stadtrundfahrt kreuz und quer durch die Stadt unter „politischen Gesichtspunkten“, d.h. Bauwerke und Objekte sowie ihre Geschichte von der Gründung Preußens bis zur Wiedervereinigung. Danach stand ein Besuch im Bundesministerium für Arbeit und Soziales an, mit Sitz in einem Gebäudekomplex, zu dem noch Teile des einstigen Reichspropagandaministeriums von Josef Goebbels gehören. Dies sei, so die Mitarbeiterin des Ministeriums, ein „Erbe“, das in besonderem Maße zu Inklusion von behinderten Menschen und zur Integration von Migranten verpflichte.

Nach einem kurzen Schwenk durch das neue Humboldt-Forum und einem Mittagessen in der Nähe ging es zum „Reiseveranstalter“, d.h. zum Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, wo ein Referent einen aufschlussreichen Vortrag zum Thema Geschichte, Aufgaben, Stärken und Schwächen der Demokratie hielt. Alle Staatbürger dürften, so der Referent, abstimmen und alle Stimmen seien gleich viel wert. Da aber die zu Wählenden ihr Angebot auch danach ausrichteten, wiedergewählt zu werden, könne es zu einem Qualitätsproblem kommen. Weiterhin seien zwar die Stimmen gleich, nicht aber die Staatbürger, bedingt durch Herkunft, Bildung, Vermögen usw. Dennoch sei die Demokratie alternativlos, was die Beteiligung des Volkes angehe.

Im Anschluss, es war inzwischen schon dunkel geworden, ging es zum „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“. Hier fand sich ein Teil der Reisegruppe zu einer kleinen Gedenkfeier zusammen, erinnerte an die Opfer von Rassenhass und verwies darauf, dass es auch heute wieder und immer noch Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit gebe. Zum Abschluss wurden Blumen am Eingang der Gedenkstätte abgelegt.

Nach einem guten Abendessen ging es für alle zurück ins Hotel.

Der zweite Tag begann nach dem Frühstück und Fahrt nach Berlin um 9.00 Uhr in der „Bundeszentrale für politische Bildung“, die allein schon durch die bei Lehrern wie Schülern beliebten Informationshefte praktisch jedem bekannt ist. Inzwischen ist man medial breit aufgestellt um, so das Hauptziel, „das demokratische Bewusstsein in der Bevölkerung zu fördern und die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland zu motivieren und zu befähigen, mündig, kritisch und aktiv am politischen Leben teilzunehmen“. Weiteres Ziel ist es, die „Basis für eine auf Toleranz, Pluralismus und Friedfertigkeit gründende Gesellschaft zu schaffen und die Identifikation mit unserer freiheitlich verfassten Demokratie zu fördern“. Ziele, heute wichtiger denn je, wie die sich anschließende lebhafte Diskussion zeigte.

Nach dem Mittagessen ging es in den Plenarsaal, der jedoch zu diesem Zeitraum leider bereits leer war. Gerade die an diesem Tag anstehende Regierungserklärung des Kanzlers hätten alle Teilnehmen gerne verfolgt. Stattdessen gab es einen launigen Vortrag zu Aufgaben und Funktionen des Parlamentes. Es folgte das Gespräch mit dem Abgeordneten der SPD für den Wahlkreises Neuwied-Altenkirchen, Herrn Martin Diedenhofen. Dieser schilderte seine Aufgaben im Parlament und den Ausschüssen, in denen, wie er betonte, die eigentliche Arbeit geleistet werde. Außerdem sei es ihm sehr wichtig, etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit in seinem Wahlkreis zu verbringen, um Kontakt zu den Menschen mit ihren Anliegen und Nöten zu behalten. Der anschließende Besuch der Kuppel war im Abendlicht vor blauem Himmel mit Blick über ganz Berlin schon überwältigend.

Der letzte Termin vor dem Abendessen war eine Führung durch den sogenannten „Tränenpalast“, einem gläsernen Anbau des Bahnhofs Friedrichstraße und Symbol für die Teilung Deutschlands. Hier mussten sich die Einwohner der DDR von ihren Verwandten und Freunden aus dem Westen verabschieden, wenn diese zu Besuch gekommen waren, hier konnten ab 1964 die Rentner der DDR die Grenze nach Westen passieren. Anhand von biografischen Beispielen und Originalobjekten wird gezeigt, wie Deutschland geteilt wurde, wie sich die Teilung auf das Leben der Menschen auswirkte und wie sie durch Flucht über die Grenze der DDR zu entkommen suchten.

Am Mittwoch, den 29.November ging es dann wieder zurück, wobei sich das letzte Stück der Reise ab Niederfischbach durch spiegelglatte Straßen noch einmal abenteuerlich wurde und einmal mehr zeigte, dass die Passagiere bei den Fahrern, Vater und Tochter, in besten Händen waren.

Bericht von Christof Nitsche 

Die Reisegruppe

(C) des Bildes bei:

StadtLandMensch-Fotografie (Oliver Mann)